Heute starten wir eine ganz besondere Reihe auf meinem Blog. Wer mich kennt, weiß: Für mich ist eine Hochzeit mehr als nur ein perfekt getakteter Zeitplan. Es geht um die Menschen, die diesen Tag mit Leben füllen. Den Anfang macht eine Frau, die Emotionen in Worte fassen kann wie kaum eine andere: Katharina.
1. Persönliches & Leidenschaft
„WIE BIST DU DAZU GEKOMMEN, TRAUREDNERIN ZU WERDEN? UND WAS IST FÜR DICH DER MAGISCHSTE MOMENT WÄHREND EINER ZEREMONIE?“
KATHARINA: Im Jahr 2017 durfte ich als Gast auf einer Hochzeit von Freunden eine wundervolle Freie Trauung miterleben. Sie war persönlich, emotional und passte perfekt zu dem Paar. Ich kannte Freie Trauungen zuvor gar nicht und war überwältigt. Die Mutter des Bräutigams hat eine Metapher vorgetragen, die alle Anwesenden sehr berührt hat. Das war für mich der Moment, in dem ich dachte: Das will ich auch machen! Ich liebe es, Menschen kennen zu lernen, der Liebesgeschichte der Paare meine Worte zu leihen, vor Menschen zu sprechen und Emotionen zu erschaffen.
Ein Jahr später durfte ich mich „ausprobieren“ auf der Hochzeit von Freunden, die hellauf begeistert waren. So nahm mein Traumberuf seinen Lauf… Seit 2019 bin ich selbstständig und durfte über 50 Paare begleiten, ihre Geschichte erzählen und ihre Wunschzeremonie gestalten.
Der magischste Moment ist für mich, wenn die Braut/das Hochzeitspaar ankommt. Man kann die Aufregung und den Beginn eines neuen Kapitels in ihrem Leben förmlich spüren. An dieser Stelle bin ich selbst immer sehr gerührt.
„Was war die außergewöhnlichste Liebesgeschichte, die du bisher in einer Rede erzählen durftest?“
KATHARINA: Es ist schwer die außergewöhnlichste Liebesgeschichte zu benennen, da jedes Paar seine ganz spezielle, individuelle Geschichte hat. Jede ist anders, hat Höhen, Tiefen, Besonderheiten. Alle vereint, dass sie sich Glück, Liebe, Gesundheit, meist eine Familie und ein erfülltes, langes Leben wünschen. Wenn ich dennoch eine „herauspicken“ soll, so hat mich eine Geschichte besonders bewegt: Ein Paar, das sich immer wieder im Leben begegnet ist, flüchtig, da sie beruflich viel in der Welt unterwegs waren, doch am Ende hat das Schicksal sie zusammengeführt, als sie sich eines Tages zufällig im Flieger begegneten und neben einander saßen.
2. Tipps für das Hochzeitspaar
„Viele Paare sind nervös, wenn sie an ihre persönlichen Ehegelübde denken. Hast du drei ultimative Tipps, wie man die richtigen Worte findet?“
KATHARINA: Die Frage ist doch, wer definiert, was die „richtigen Worte“ sind. Das Gelübde, die gesamte Trauung, „muss“ nur dem Paar gefallen, es soll sich damit wohlfühlen. Ich kann meinen Paaren die Sorge vor den Ehegelübden schnell nehmen: 1. Ich habe die Gelübde ausgedruckt dabei. Der Druck, sie auswendig sprechen zu können entfällt somit. 2. Außerdem rate ich immer, sich kurz zu fassen. Etwa fünf Sätze, die von Herzen kommen, können ihre Wirkung gar nicht verfehlen und man setzt sich nicht so sehr unter Druck, einen perfekten, ausgefeilten Text zu schreiben. Das ist meine Aufgabe. 3. Ich biete an, die Gelübde vorher zu lesen und Tipps zu geben, wie sie verfeinert werden können. Dadurch stellen wir gemeinsam auch sicher, dass sie in einer gewissen Weise „abgestimmt“ sind, ohne dass der/die jeweils andere die Gelübde zuvor kennt.
Damit sich die Paare leichter tun beim Verfassen, empfehle ich, die Gelübde nach dem Traugespräch zu schreiben. So sind die Erinnerungen, die Emotionen da und abrufbar. Wie bereits erwähnt: Kurzhalten hilft ebenfalls. Außerdem bietet sich eine einfache Struktur an: Anrede mit persönlichen Worten, Rückblick wie ihre Liebe begann, Erwähnen der bislang schönsten Momente in der Beziehung, was sie aneinander besonders lieben und schätzen, auch im Alltag, und ein Ausblick für die Zukunft, was sie sich füreinander wünschen.
Und falls alle Stricke reißen: Ich kann auch gerne ein paar Muster zur Verfügung stellen, aber das war bisher nie nötig.
„Wie schaffst du es, eine Zeremonie so zu gestalten, dass sie sowohl das Hochzeitspaar als auch die Gäste gleichermaßen berührt?“
KATHARINA: Eine Zeremonie so zu gestalten, dass sie sowohl das Hochzeitspaar als auch die Gäste berührt ist genau die Kunst, die einen professionellen, erfahrenen Trauredner von einem Laien unterscheidet. In dem Moment, in dem ich das Paar kennen lerne, frage ich gezielt nach, höre Wünsche, Vorlieben heraus, und „konstruiere“ bereits gedanklich die Trauung. Es sind die intensiven Gespräche, die ich mit dem Hochzeitspaar führe, die es mir ermöglichen, das Paar so gut kennen zu lernen, dass ich mit Sicherheit weiß, wie ich für sie die perfekte Trauung gestalte. Die Paare werden berührt davon, dass ich sie verstehe und sich das widerspiegelt in der Rede, den Ritualen, dem Ablauf, der Musik. Wenn sie sich, ihre Geschichte, wiederfinden, Emotionen, die sie bereits in ihrer Beziehung durchlebt haben, wieder aufflammen, damit packe ich sie.
Die Gäste sind davon ebenfalls berührt, da sie das Paar aus neuen Perspektiven kennenlernen. Durch das Einbinden der Gäste in die Zeremonie, sei es durch Lesungen oder einen aktiven Part in einem Ritual, lässt sich auch zu den Gästen eine viel engere Verbindung herstellen, und die Gäste begeistern.
„Was sind die häufigsten Fehler, die Paare bei der Planung ihrer freien Trauung machen?“
KATHARINA: Ein „Fehler“, den ein Paar bei der Freien Trauung machen kann, ist es, sich zu sehr darauf zu versteifen, was sie als Inspiration im Internet gesehen oder gefunden haben. Jede Location, jede Gästestruktur ist anders, nicht alles funktioniert gleichermaßen gut. Was nicht bedeutet, dass die eigene Trauung dadurch „schlechter“ oder weniger schön wird. Vielmehr achte ich darauf, eure Wünsche bestmöglich und eben im Rahmen der Gegebenheiten umzusetzen, sodass wir gemeinsam die für euch perfekte Trauung schaffen, die stimmige Abläufe bietet und zu euch passt.
Außerdem sollte man dabei darauf achten, die Zeremonie nicht zu „voll zu packen“ mit Ritualen. Es gibt viele schöne Rituale, doch auch hier gilt: weniger ist oftmals mehr. Lieber ein bis zwei Rituale, die gut zu euch, den Gästen, u.U. auch der Location passen anstelle von vielen Aktivitäten, die dann „zusammengewürfelt“ wirken.
3. Individualität & Trends
„Wie integrierst du besondere Bedürfnisse oder unkonventionelle Wünsche in eine Zeremonie (z. B. Haustiere, Rituale oder mehrsprachige Reden)?“
KATHARINA: Beinahe jeder Wunsch ist umsetzbar. Ich spreche mehrere Fremdsprachen und habe bereits Trauungen auf Englisch gehalten, mit Dolmetschern oder Übersetzungstexten gearbeitet. Haustiere bringen oftmals die Ringe oder Ehegelübde. Während einer von dir, Felizitas, geplanten Trauung, hat ein Fleckenuhu die Ringe eingeflogen und ist auf dem Arm der Braut gelandet, das war ein Highlight! Ich finde während den Gesprächen mit den Paaren heraus, was ihnen wichtig ist, erarbeite Vorschläge und setze sie um. Dabei berate ich die Hochzeitspaare immer und nehme sie an die Hand bei der Vielzahl an Möglichkeiten.
„Paare suchen oft nach Wegen, traditionelle Abläufe aufzubrechen. Welche kreativen Möglichkeiten siehst du hier für eine moderne Trauung?“
KATHARINA: Die Freie Trauung ist per Definition nicht traditionell, kann „klassisch“ oder eben unkonventionell gestaltet werden, sodass sich jedes Paar wieder findet. Unkonventionelle Ideen sind beispielsweise andere Sitzordnungen, wie im Kreis sitzen, kein Ja-Wort, das nacheinander gesprochen wird, sondern ein gleichzeitiges Bekenntnis, ein gemeinsames Lied, das gesungen wird, oder ein gemeinsamer Einzug oder der Einzug der Gäste nach dem Brautpaar. Es kann von Armbändern, Ketten, über Tattoos oder Piercings als Ersatz für die klassischen Ringe gehen. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
„Was ist aktuell dein liebstes Ritual, das über das klassische Sand-Gießen oder die Hochzeitskerze hinausgeht?“
KATHARINA: Mein liebstes Ritual ist eine Abwandlung des Handfasting aus dem englisch-sprachigen Raum in Kombination mit Gäste-Wunschkarten. Hierzu befestige ich Satin-Bänder in drei unterschiedlichen Farben an Kärtchen, die ich samt Stift vor der Trauung auf jeden Platz lege. Während der Trauung bitte ich dann die Gäste ihre guten Wünsche an das Paar darauf zu notieren. Musik spielt, die Gäste sind gerade mitten im Geschehen, teilen die Emotionen und finden die schönsten Worte für das Paar. Anschließend sammeln die Trauzeugen, Familienmitglieder, oder andere die Kärtchen ein und ich binde die Hände des Paares symbolisch mit drei Bändern zusammen, die die Farben auf den Kärtchen widerspiegeln. Nach der Hochzeit kann das Paar dann in einer ruhigen Minute die Wünsche durchlesen und sich daran erfreuen.
4. Zusammenarbeit & Planung
„Wann ist der ideale Zeitpunkt, eine Rednerin für die eigene Hochzeit zu buchen?“
KATHARINA: Der ideale Zeitpunkt ist etwa 12 bis spätestens 6 Monate vor der Hochzeit. Je mehr Zeit, desto wahrscheinlicher ist es, dass euer Wunschdatum bei mir noch verfügbar ist. Aktuell werde ich bereits für die übernächste Hochzeitssaison gebucht. Insbesondere Destination Weddings sollten mit etwas mehr Vorlauf geplant werden, damit ich auch Anreise etc. entsprechend gut planen und organisieren kann.
„Wie sieht unser gemeinsamer Weg zur fertigen Rede aus? Wie viel Input benötigst du von uns als Hochzeitspaar, damit die Zeremonie unsere ganz persönliche Handschrift trägt?“
KATHARINA: Als Vorbereitung für das Traugespräch bekommen die Paare von mir einen Fragebogen, der sie bereits optimal anleitet und dazu animiert, über ihre Liebesgeschichte und Meilensteine in ihrem Leben nachzudenken. Wenige Tage später treffen wir uns, sodass diese Erinnerungen noch präsent sind. Außerdem ist es eben die Kunst, die ich als Traurednerin beherrsche, euch im Gespräch genau dazu zu bringen, die Details, Feinheiten, Emotionen mit mir zu teilen, sodass ich die perfekte Rede schreiben kann.
„Wie tief tauchst du in unsere Geschichte ein? Muss unser Lebenslauf Teil der Rede sein?“
KATHARINA: Nein, es geht nicht um den Lebenslauf, sondern um die Punkte, die euch als Paar ausmachen. Natürlich möchte ich so viel wie möglich über euch erfahren, um euch bestens beraten und begleiten zu können, doch es findet sich nicht alles in der Rede wieder. Außerdem bin ich dahingehend sehr sensibel und professionell, dass ich einschätzen kann, welche Informationen ich in die Rede aufnehmen kann und welche lieber weiterhin eure Privatsache bleiben.
5. Der Blick in die Zukunft (Inspiration)
„Wenn du dir aussuchen könntest, wo und wie du die Freie Trauung abhälst: Wie sähe deine absolute Wunsch-Trauung aus?“
KATHARINA: Da muss ich gar nicht in die Zukunft blicken: ich erlebe meine „Wunschtrauung“ jedes Mal: Glückliche Gesichter, zufriedene Paare, Gäste, die mich nach der Trauung ansprechen und mir ihr Lob entgegenbringen, oftmals denken, ich sei mit dem Hochzeitspaar befreundet. Dieses Glück, diese Freude, Liebe, davon zehre ich sehr und das ist der Grund, warum ich so leidenschaftlich gerne Traurednerin bin. Ganz egal wo das Paar feiert oder wie, das ist es, was wirklich zählt.
Ihr wollt Katharina kennenlernen, dann schaut gerne auf ihrer Website vorbei oder sprecht mich an!
Katharina Werle